Ratingagentur stuft Italien herab
Die Ratingagentur Standard & Poor`s hat nun relativ überraschend das Kreditrating für Italien abgesenkt. Damit wird es für Italien noch teurer und schwerer sich Geld an Märkten zu besorgen. Als Begründung für diesen Schritt nennt man die schlechten Wachstumsaussichten, das völlig unzureichend Reformprogramm, die politisch verworrene Situation und die bereits hohe Staatsverschuldung. Der weitere Ausblick ist ebenfalls negativ, sodaß weitere Abstufungen drohen.
Wegen dieser Abstufung geht jetzt die Welt nicht gleich unter und auch das Finanzsystem lebt noch, aber die Richtung ist klar: Der Reihe nach bekommen nun immer mehr Staaten (auch Größere) ein existenzbedrohende Schulden und Finanzierungsproblem. Der nächste und letzte Schritt kann nur sein, daß die Notenbanken diese Schulden “marktneutral” aufkaufen, was aber nichst anderes heißt als eben mit neuem frisch gedrucktem Geld das Zinseszins- und Verschuldungs-Pyramidenspiel auf Kosten der Geldwert-Stabilität noch eine zeitlang weiter zu drehen. Damit trifft weltweit und im Ganzen betrachtet immer mehr Geld auf eine nur langsam wachsende Menge an hergestellten Gütern und Dienstleistungen – und das bringt Inflation, die ja nichts anderes beduetet, als dass man immer mehr Einheiten Geld für eine bestimmte Menge an Gütern bezahlen muß.
Inflation unausweichlich
Wie sollen denn die Staaten ihre Schulden jemals zurückzahlen, wenn man selbst in guten Jahren immer nur neue Schulden macht? OK, wenn es mit der Wirtschaft läuft ist die Neuverschuldung!!!! niedriger, weil die Steuereinnahmen höher sind und auf der anderen Seite die Kosten für Soziales und Arbeistlosigkeit usw. geringer, aber von einer Tilgung ist in fast allen Staaten Europas oder auch in den USA schon seit vielen Jahrzehnten dochj garkeine Rede mehr. Wir laufen also relativ schwach, unflexibel und überschuldet in den nächsten Abschwung hinein, denn genau auf das deuten alle aktuellen Konjunktur-Zahlen hin. Der viel beachtete ZEW-Index brach zum Beispiel im September 2011 um weitere 5,7 Punkte auf minus 43,3 ein.
Frankreichs Banken verlieren Vertrauen großer Geldgeber
Frankreichs Banken verlieren wegen des hohen Engagements in Griechenland zunehmend das Vertrauen großer Geldgeber. Nun haben sogar schon Chinesische Staatsbanken den Handel mit Frankreichs Societe Generale, BNP Parisbas und Credit Agricole gestoppt – aber auch die Schweizer UBS ist betroffen. Die Chinese State Bank teilte dazu beispielsweise mit, dass man mit sofortiger Wirkung keinerlei Geschäfte mehr mit der UBS mache, weil aus guten Gründen und Fakten heraus kein Vertrauen mehr da sei.
Auch große Konzerne ziehen immer öfters enorme Summen von französichen Banken im Speziellen aber auch allgemein ab. So hat Siemens ganz aktuell über 500 Millionen Euro Guthaben von einer französischen Großbank hin zur vermeintlich sichereren Europäischen Zentralbank (EZB) transferiert. In der vergangenen Woche war es ja schon zu einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Großbanken Société Générale und Crédit Agricole durch die Ratingagentur Moody’s gekommen, sodaß man sich immer größere Sorgen um die Sicherheit von Bankeinlagen macht.
Wie geht das überhaupt?
Normalerweise können Unternehmen ja keine Gelder bei der EZB anlegen – da könnte ja jeder kommen? Das geht ganz einfach: Weil man die Probleme der Banken und des Systems inzwischen scheinbar kennt hat man eigen für solche Zwecke eine eigene Bank gegründet über die man sich nun Zugang zur EZB verschafft.
Bis neulich,
Frieder Morneweg
Quelle und Dank an Gerhard Kastner…























