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News in Kürze + Griechenland + Inder + Silber + Krankenversicherungen

Ratingagentur stuft Zypern ab

Die Ratingagentur Fitch hat nun Zypern gleich um 3 Stufen in der Bonität nach unten geschickt. Begründung: Die Probleme Griechenlands schlagen wegen der engen Verflechtung der Banken in Zypern sofort negativ auf die Staatsfinanzen durch. Etwa ein Drittel der von zyprischen Banken vergebenen Kredite stehen im Zusammenhang mit Griechenland im Feuer.

Die staatlich geführte griechische Postbank soll 2009 im Auftrag von Ministerpräsident Papandreou sogenannte CDS (Credit Default Swaps, also Kreditausfallversicherungen ) auf griechische Staatsanleihen im Volumen von weit über 1 Mrd. Euro gekauft haben. Der Wert solcher CDS steigt, wenn die Bonität eines Landes sinkt, die Anleihekurse also fallen und sich damit das Ausfallrisiko erhöht.
Der Verkauf erfolgte angeblich an Firmen, die hauptsächlich im Besitz seiner Familie sind. Als Folge der anschließenden Zahlungsschwierigkeiten Griechenlands war die Bonität abgestürzt – im Gegenzug explodierten die Kurse der gekauften CDS um über 2.000%. Bei solchen Positionierungen ist klar, daß es keinerlei echtes Interesse an der Lösung der Zahlungsprobleme geben kann… und wir zahlen das auch noch!!!

Papandreou wurde inzwischen auch vom griechischen Parlament wegen dieser Taten entsprechend beschuldigt. Die Ermittlungsmühlen malen schon.

Importpreise in Deutschland steigen

Die Importpreise in Deutschland stiegen im April 2011 um 9,4% gegenüber 04/2010. Der Inflationsdruck im Hintergrund ist also enorm, sodass es nur noch eine Frage der Zeit ist bis wir die 3% – Marke überspringen.

Japans Exporte stagnieren

Japans Exporte gingen im April 2011 um 12,5% gegenüber dem Vorjahresmonat zurück.

Inder kaufen Silber

Nach aktuellen Zahlen der Bombay Bullion Association könnte Indien 2011 über 4.000 Tonnen Silber kaufen. Hintergrund ist die Tatsache, daß immer mehr Inder Silber als Alternative oder Ergänzung zu den traditionellen Anlagen in Gold betrachten. vom 1.1.2011 bis Ende April 2011 wurden in Indien bereits über 600 Tonnen Silber verkauft, aber der richtige Schub kommt traditionell erst in den letzten 2 Quartalen. 2010 waren es insgesamt 2.800 Tonnen gewesen, was etwa dem Fünftel einer weltweiten Silberminen-Jahresproduktion entspricht. Aber das heißt nicht, daß man kein Gold mehr kauft, denn Indiens physische Goldnachfrage könnte 2011 mit 1000 Tonnen ebenfalls auf einen neuen Rekordwert ansteigen.

Russland hebt Zinsen an

Russland hat im Kampf gegen Inflation und Kapitalflucht die Zinsen überraschend angehoben und zwar um einen weiteren Viertelprozentpunkt auf 3,5%. Das betrifft Depotzinsen für Übernachteinlagen, der Schlüsselzins von 8,25% bleibt unverändert. Hintergrund: Seit 1.10.2010 sind aus Russland schon über 51 Mrd. Dollar abgezogen worden. Der Währungsschnitt um 50% vor wenigen Tagen in Weißrussland hat diese Bewegung und das Mißtrauen nochmals erheblich beschleunigt.
Die Inflationsrate erreichte im April 2011 mit 9,7% fast 2-stellige Marken. Politisch stehen Ende 2011 Parlamentswahlen an und im März 2012 wählt Russland den Präsidenten. Man kann sich also keinen weiteren Anstieg der Inflation leisten.

Anzahl der Zertifikate in Deutschland steigt

Aktuell werden in Deutschland fast 715.000 Zertifikate (Stand 1.Mai 2011) zum Kauf angeboten, damit hat sich diese Zahl der “Anlagealternatven” seit der Finanzkrise mehr als verdoppelt. Von einer Vereinfachung oder Steigerung der Übersichtlichkeit bzw. strengeren Regulierungen kann also keine Rede sein. Das Anlagevoluem in solche Zertifikate in Deutschland liegt bei fast 110 Mrd. Euro.
55% der Scheine sind Helbelprodukte, 40% sind Bonus- oder Discountzertifikate. Alleine auf den Dax gibt es über 70.000 Zertifikate, die Hälfte davon mit Hebel.
Diese Flut an Zertifikaten ist aber vor allem ein deutschsprachiges Phänomen (Deutschland, Schweiz und Österreich), was mit an den niedrigen Kosten bei uns liegt. Die SEC – also die Börsenaufsicht in den USA – verlangt 10.000 Dollar aufwärts an Gebühren, damit ein Zertifikat mit WKN usw. auf den Markt kommen kann.

Bei uns kostet die Hinterlegungsgebühr für eine neue Wertpapierkennnummer bei der Finanzaufsicht Bafin nur 1,55 Euro – also umgerechnet etwa 2 Dollar.

Goldnachfrage steigt weiter


Die weltweite Goldnachfrage hat im ersten Quartal gegegnüber dem Q1/2011 um 11% auf über 981 Tonnen zugelegt
– in Preisen gemessen ergibt sich ein Volumenanstieg von 40%. Besonders stark stieg die Nachfrage von Investorenseite mit 26%, wobei die physische Nachfrage nach Barren und Münzen zulegte, während Papieranlagen in Gold – beispielsweise über ETFs – immer stärkere Abflüsse verzeichnen.
Beachtenswert. Die Gold-Investment-Nachfrage macht einen immer größeren Teil des Kuchens aus und liegt aktuell bei etwa 36%, 2005 machte dieser Sektor nur gut ein Fünftel aus.
Eine ganz besondere Rolle nehmen die Notenbanken der Schwellenländer China, Indien, Russlands, Saudi-Arabien und auch Venezuela ein, die schon seit Längerem immer weiter und massiver aufstocken.
Einen regelrechten Hammer lieferte die Notenbank von Mexiko in den ersten 3 Monaten 2011 ab: Hier betrugen die Käufe über 100 Tonnen Gold. Der Preis ist also auch über die Breite der Käufe(r) sehr gut abgesichert – wir rechnen daher 2011 nicht mit einem Sommerloch.

Krankenversicherungen in Zahlungsnot

Laut Aussagen des Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung haben scheinbar über 20 Krankenkassen aktuell Zahlungsprobleme.

Im Fachdeutsch heißt es dort wörtlich: “Es gebe vermehrte Anhaltspunkte für eine potenzielle Gefährdung!” Bei den gefährdeten Kassen sind derzeit über 28 Millionen Menschen versichert – das sind 40 % aller in Deutschland gesetzlich Krankenversicherten! Die Pleite der CityBKK mit über 165.000 Versicherten hatte hier vor wenigen Tagen für Aufsehen gesorgt. Es ist also davon auszugehen, daß die Zusatzbeiträge steigen werden. Diese werden nun übrigens bei Nichtzahlung vom Zoll eingetrieben. Aktuell sind davon fast 300.000 Versicherte betroffen – alleine bei der DAK stünden – neusten Meldungen zufolge – von über 215.000 Versicherten jeweils die monatlichen Beiträge in Höhe von 8 Euro offen.
Schriftlichen Mahnungen sollen relativ schnell Hausbesuche und dann auch Zwangspfändungen folgen.

Bis neulich,
Frieder Morneweg

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Dank an zeitenwende24.de

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