1. Gold und Silber sind seit Jahrtausenden ein weltweit anerkanntes Tausch-, Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel – also Geld im weitesten Sinne!
Diese Loslösung des Papier- Geldes von einem festen Wert oder Bezugspunkt (meist Gold und/oder Silber als Deckung) war geschichtlich betrachtet immer der Anfang vom Ende jedes ungedeckten Papiergeld-Systems. Inflation ist ja nichts anderes, als das Ausweiten der umlaufenden Geldmengen ( kommt vom lateinischen ” inflare” – das bedeutet übersetzt ” aufblasen, aufblähen” . In dem Zusammenhang sind beim Geld die umlaufenden Papier-Geldmengen gemeint. Diese Ausweitung der Geldmenge zerstört zwangsläufig den Geldwert der einzelnen Einheit an sich. Sie tauschen mit Gold und Silber also ungedecktes und an sich wertloses Papiergeld ( weil jede Deckung oder Sicherung fehlt ) in echte Werte und das eigentliche Geld! Unser Papiergeld hat nur deswegen und solange einen Wert – solange die Menschen darauf vertrauen einen Geldschein bei einem anderen wieder entsprechend in Waren oder Dienstleistungen eintauschen zu können. Dieses Vertrauen geht zunehmend verloren – deswegen steigen viele Dinge in Papiergeld gemessen im Wert – dazu gehören auch viele Rohstoffe und eben auch die Edelmetalle.
2. Edelmetalle sind ein Tauschmittel, dessen Wert natürlich auch schwanken kann. Man muss sich also überlegen, ob das Tauschmittel gerade teuer oder billig ist .
Aktuell sind die Edelmetalle billig, weil:
a) der alte Höchststand aus dem Jahre 1980 in heutige Kaufkraft umgerechnet Kurse von 2.700 Dollar bedeuten würde – wenn man die offiziellen Statistiken als Bezug ansetzt. Nimmt man die wirklichen Inflationsraten müssten wir bei etwa 6.000 Dollar stehen.
b) Wir hatten am Ende der letzten Edelmetallhausse in den 1970er Jahren (nach einer Ver-24-fachnung des Preises beim Gold und einer ver-40-Fachung beim Silberpreis binnen 10 Jahren) ein Gewichtung von Gold, Silber und Minenaktien zusammen in den Portfolios der Anleger von fast 30% – aktuell liegen wir bei knapp unter 1%! Von einer Überbewertung nach einer Ver-5-Fachung in Dollar betrachtet beim Gold auf Sicht von 10 Jahren ist also nicht gegeben, Auch beim Silber sind wir in den letzten Jahren ja nur von 5 auf 40 Dollar gestiegen – das ist nur ein Anstieg um 700% und noch keine 4.000% wie damals.
Vom Preis und von der Gewichtung her betrachtet würde ich daher noch nicht von einer Übertreibung sprechen.
c) Sie müssen sich aber auch die Alternativen wie Aktien, Anleihen und Immobilien ansehen, wenn man nach dem Sinn von Edelmetallanlagen sucht.
Wir haben bei den Aktien aktuelle KGV`s bei Dax und Dow von etwa 15 im Schnitt. Richtig billig sind Aktien bei einem KGV von 5 oder darunter, das würde bedeuten, dass man beim einem sehr günstigen Aktienpreis nur den 5-fachen Jahresgewinn bezahlt. Die Dividendenrendite beträgt derzeit etwa 2% im Schnitt – richtig renditestark und billig sind Aktien aber erst dann, wenn die “Verzinsung” über Ausschüttungen/Dividenden bei 7% oder darüber liegt. Die Aktien halten sich aktuell nur deswegen noch so gut, weil die Zinsen bei den Anleihen als Konkurrenz derzeit sehr niedrig sind.
Die Aussichten am Immobilienmarkt sind mit gemischten Gefühlen zu betrachten. Zum einen macht eine selbstgenutzte Immobilie Sinn – egal ob wir hier von Lebensqualität, Sicherheit, dem Gefühl von Geborgenheit usw. oder auch von Altersvorsorge reden. Ansonsten hängt hier alles an den 3 L. Das sind Lage, Lage und Lage! Während in den Ballungsräumen noch weitere Preisanstiege zu erwarten sind wird es im ländlichen Raum sehr schwierig werden. Die Leute ziehen eben gerne in die Nähe von Arbeit, Freizeitmöglichkeiten usw… Die steigenden Energiepreise verstärken diesen Trend noch.
Negativ für die Immobilien insgesamt ist, dass die Reallöhne fallen, die Geburtenraten niedrig sind, viele schon ein Haus haben und auch der Wohnraumbedarf pro Person auf Sicht der nächsten Jahre nicht mehr so wie in den letzten Jahrzehnten weiter steigen wird.
Was die Immobilien auch noch unterstützt ist die Tatsache, dass es sich dabei um einen Sachwert handelt. Wer also höhere Inflation fürchtet, der wird dazu neigen auch etwas Geld im Immobiliensektor anzulegen.
Sehr viel Geld liegt aktuell bei Menschen bzw. einer Generation, die mit dem Immobilienmarkt noch nie im Leben schlechte Erfahrungen gemacht haben. Das ist ein wichtiger Vertrauensvorsprung für die Immobilien, den man nicht unterschätzen sollte.
3. Der Zinseszinseffekt führt dazu, dass sich die Vermögen auf immer weniger Personen konzentrieren. 1980 hatten wir genau 10 Milliardäre – in Dollar gerechnet – aktuell liegen wir hier bei über 1.200. Dieser Effekt ist es auch, der die Schere Arm-Reich immer weiter auseinander klaffen lässt. Wir gehen nun bei den Vermögen in die senkrechte Steigung nach oben über – die Schulden auf der anderen Seite bohren sich senkrecht nach unten, weil ja nur da 1 Euro Vermögen entstehen kann, wo auch ein neuer Euro Schulden entsteht. Unser aktuelle Papiergeldsystem mit dem Zinseszins läuft nun schon sehr lange, sodaß wir uns dem Ende langsam aber sich nähern. In den nächsten Jahren schon werden immer mehr Schuldner unter der Last des Zinseszinses zusammenbrechen. Der Zinseszins mit all seinen Konsequenzen wird uns noch des öfteren beschäftigen.
4. Edelmetalle sind die einzige Anlage, die Sie aktuell noch unregistriert ( also anonym bis zu 15.000 Euro pro Einzel-Kauf und Person) erwerben und halten können. Das kann für viele ein Punkt sein sich für Anlagen in Silber und Gold zu entscheiden, wenn man Angst vor Zugriffen auf das eigene Vermögen etc. hat.
5. Welche Art von Leuten investiert aktuell in Edelmetalle? Alle Leute die man hier auf Vorträgen, Veranstaltungen usw. trifft hat einige Wesenszüge gemeinsam:
- relative Bescheidenheit, man lebt also nicht den hohen Lebensstil den man sich eigentlich leisten könnte
- Entscheidungsfähigkeit und Entscheidungsfreude.
- Ich denke, dass die Edelmetallfreunde von der Art und der Stellung her überdurchschnittlich gute Verteiler in der Gesellschaft sind.
- Die oben genannten Punkte führen dazu, dass man es auch nach Preisanstiegen nicht nötig hat Ware zu verkaufen, sodass auch weiter steigende Kurse so gut wie keine Ware auf den Markt bringen werden.
6. Wie riskant sind aktuell Investments in Edelmetalle? Was sichert den Preis nach unten ab?
Dazu einige Zahlen: Die Herstellung eines 500.- Euro Scheines kostet derzeit etwa 7 Cent, die Herstellung einer Unze Gold im Schnitt etwa 700 bis 800 Dollar. In Südafrika liegen wir bei den Produktionskosten schon über 1.000 Dollar je Unze. Die Produktionskosten eines Gutes sind auch die untere Preisgrenze für eine Sache, denn wenn ein Rohstoff unter seine Produktionskosten fällt, wird sie von keinem mehr über einen längeren Zeitraum hergestellt werden. Dieses Abbaudefizit verringert dann wieder das Angebot am Markt und stabilisiert die Preise. Die defizitäre Subventionierung einer Sache macht nur dann Sinn, wenn man sich dann im Anschluss ein Folgegeschäft generieren kann. Bei billigen Handys können das die Telefonate oder auch Klingeltöne sein. Einen solchen Folgenutzen gibt es bei den Edelmetallen nicht, also werden die nie verschenkt werden und die Preisanstiege der letzten Jahre haben Ihre Gründe! Der Preis ist hier also abgesichert. In den letzten Jahren sind ja nicht nur die Preise für Gold und Silber gestiegen, sondern auch die Produktionskosten! Das bedeutet, dass es selbst nach den Preisanstiegen der letzten Jahre nicht riskanter geworden ist Gold zu kaufen oder zu halten.
7. Steuerlich betrachtet sind die Edelmetalle ebenfalls vielen anderen Anlagen überlegen, weil alle Gewinne nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei sind.
Im Folgenden haben wir Ihnen einmal 2 Charts eingestellt an denen Sie die Entwicklung von Gold und Silber in den letzten 10 Jahren sehen können:

Dank an Gerhard Kastner für diesen sehr informativen Artikel
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Bis neulich,
Frieder Morneweg























